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| Veröffentlicht in Zusammenarbeit und mit freundlicher Genehmigung von © Dr. Robert Hofrichter Schwimmen im Walhaigetümmel: Bei unserer letzten Reise im Oktober 2005 konnten wir (Heidi & Max) einen unserer Träume - das wunderbare Erlebnis einer Begegnung mit Walhaien zu haben - wahrmachen! Das Meer ist groß und geheimnisvoll und eine Garantie für eine Sichtung kann niemand geben. Wir hatten jedoch Glück und die Walhai-Begegnung funktionierte wie auf Bestellung. Ein Jungtier mit etwa 5-6 m Länge schwamm im Kanal zwischen Conception und Mahé (Westküste Mahés) direkt an unserem Tauchboot vorbei und wollte uns in den kommenden 45 Minuten scheinbar gar nicht mehr verlassen. Obwohl gegen Ende ein zweites Boot voller Taucher zu uns stieß und letztlich mehr als 30 walhaigierige Schnorchler das Tier bedrängten, ließ sich das Tier kaum irritieren. Im Gegenteil, es drehte sogar immer um, als es sich im relativ klaren Wasser "zu allein" fühlte und schwamm direkt in den menschlichen "Schwarm" hinein. Immer wieder mussten die begeisterten Schwimmer ausweichen, um nicht mit dem Hai zu kollidieren. Nachdem sich alle satt gesehen haben, verließen die zwei Tauchboote das Tier, das unserem (freilich allzu menschlichen) Empfinden nach noch gern mit uns herumgeschwommen wäre... Zwei Wochen später
verschlechterte sich die Sicht unter Wasser. Für Planktonforscher
bot das Meer ideale Bedingungen. Wir aber träumten eher von guter
Sicht und weniger Nesseltierchen im Wasser. Man muß aber kein
Meeresbiologe sein um zu wissen: Das sind ideale Bedingungen für
die großen Planktonfresser der Meere - Walhai und Manta. Nachdem wir ca. um 16 Uhr den ersten Walhai - wiederum direkt neben dem Boot - gesichtet haben, brach bald eine wahre Walhai-Invasion aus: In den kommenden zwei Stunden wurden so viele Rücken- und Schwanzflossen sowie breite, aus dem Wasser ragende Walhaimäuler gesichtet, dass gar nicht mehr mitgezählt wurde. Es war unmöglich zu sagen, um wie viele Tiere es sich handelte. Wir schätzen, dass in unmittelbaren Nähe insgesamt vielleicht 10 bis 15 Tiere (!) dem Nahrungserwerb nachgingen. Nachdem auch noch einige Große Tümmler am Boot vorbeigezogen waren und fressende Mantas bei Loopings ihre weißen Bauchseiten zeigten, gab es für die Begeisterung keine Grenzen mehr - nicht zuletzt bei den vier italienischen Mitfahrenden, deren lautes und freudiges Que bello! und bellissimo! weit zu hören war. Leider betrug diesmal die Sicht maximal etwa 4-5 Meter und man verlor die meisten Tiere schon nach einigen Metern aus dem Blickfeld. So hieß die Übung dann wiederholt: Schnell ins Boot klettern, Ausschau nach Schatten und Flossen halten und anschließend wieder ins Wasser springen... Einem Tier sind manche allzu begeisterte Schnorchler leider direkt auf den Kopf gesprungen, aber es hat sich dadurch nicht besonders verwirren lassen und zog mit halboffenem Maul weiter seine Kreise durch die dicke Planktonsuppe. Lighthouse im Westen Mahés sowie der Kanal zur benachbarten Insel Conception wird uns als idealer Walhaispot in Erinnerung bleiben. Und es ist selbstverständlich, dass uns beim nächsten Besuch der Seychellen unser erster Weg wieder dorthin führen wird. Sichtungen sind ganzjährig möglich, besonders häufig sollen sie zwischen August und Oktober sein. Unsere Tauchschule und Fischer berichteten jedoch auch zu anderen Jahreszeiten von vielen Sichtungen. Ein Zusammenspiel von Wind, Gezeiten, Strömungen und dem durch diese Faktoren bedingten günstigen Nahrungsangebot ist wohl für ein stärkeres Aufkommen der Walhaien verantwortlich. Da hauptsächlich kleinere und mittlere Männchen gesichtet werden und wesentlich weniger Weibchen, nimmt man an, dass das häufige Auftreten von Walhaien bei den Seychellen eher mit dem günstigen Nahrungsangebot und weniger mit ihrem Reproduktionszyklus zusammenhängt.
Walhaiforschung auf den Seychellen: So groß der Fisch, so klein das Wissen über ihn Walhaie sind trotz zunehmender
Sichtungen durch unzählige Taucher und Schnorchler in verschiedenen
Teilen der Welt nach wie vor ein faszinierendes Phänomen. Und
daran wird sich wohl auch nichts ändern - der größte
Fisch der Erde wird auch in der Zukunft die Menschen begeistern, vorausgesetzt
den Artenschützern gelingt es, sinnvolle Schutzmaßnahmen
durchzusetzen. Denn es ist kein Geheimnis, dass Walhaie wie auch viele
andere große Haiarten durch skrupellose Ausbeutung der Meere
stark vom Aussterben bedroht sind. Wie bei anderen bedrohten Arten
auch (etwa Napoleons), sind vor allem asiatische Fischer und Konsumenten
für den Niedergang der Bestände verantwortlich - im Fall
der Wahaie ein eher modernes Phänomen. In der Geschichte wurden
Walhaie selten gezielt gejagt. Die Informationen stammen aus einer Broschüre des Whale Shark Monitoring Programms und basieren auf Informationen von Jeremy Colman (CALM). Mehr Infos unter www.mcss.sc Sie können auf dieser Webseite auch eine Patenschaft für einen Walhai übernehmen und damit helfen, ihre Erforschung und ihren Schutz zu sichern!
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Übrigens:
auch einen etwa 80 cm langen "richtigen" Hai, nämlich
einen Zitronenhai konnten wir auf Praslin / Anse
Lazio immer wieder beobachten. Er hielt sich immer über Sandgrund
auf, wo es ziemlich trüb war. Vor allem nach jeder größeren
Welle reduzierte sich die Sicht gegen Null. |
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